Wie steht es um die Kriminalprävention in den Kommunen Sachsen-Anhalts? Antworten darauf liefert eine vom Landespräventionsrat Sachsen-Anhalt (LPR) durchgeführte landesweite Erhebung. Die Ergebnisse dieser Befragung wurden nun in einem Bericht zusammengeführt, der erstmals einen landesweiten Überblick über bestehende Präventionsstrukturen, Netzwerke und Herausforderungen vor Ort gibt. Die Ergebnisse zeigen: Das Engagement in den Kommunen ist groß, doch vielerorts fehlen noch die notwendigen Rahmenbedingungen, um Präventionsarbeit dauerhaft und wirksam zu verankern.
Innenstaatssekretär und Vorsitzender des LPR, Klaus Zimmermann:
„Kommunale Kriminalprävention lebt vom Engagement vor Ort. Dafür brauchen wir engagierte Menschen, die Verantwortung übernehmen, Netzwerke gestalten und präventive Projekte in ihren Kommunen voranbringen. Jede Kommune kann einen wichtigen Beitrag für mehr Sicherheit und Lebensqualität leisten. Der Bericht zeigt, dass mehr Unterstützung und eine stärkere Vernetzung nötig sind.“
Um die kommunale Kriminalprävention gezielt weiterzuentwickeln, hat der LPR Ende 2025 eine landesweite Online-Befragung zu kriminalpräventiven Formaten durchgeführt. Ziel war es, Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie Kommunen sicherheitsrelevante Themen bearbeiten, welche Akteurinnen und Akteure eingebunden sind und welche Unterstützungsbedarfe vor Ort bestehen. An der Befragung beteiligten sich Vertreterinnen und Vertreter aus 12 der 14 Landkreise und kreisfreien Städte Sachsen-Anhalts.
Die Auswertung der anonym erhobenen Daten erfolgte durch die Hochschule Merseburg.
Zentrale Ergebnisse auf einen Blick
Die Befragung macht deutlich: Präventionsarbeit findet in den Kommunen statt. Allerdings ist sie häufig projektbezogen organisiert und nur selten dauerhaft institutionell verankert. Mehr als die Hälfte der befragten Kommunen verfügt nach eigenen Angaben über keine etablierten, multiprofessionellen und dauerhaft arbeitenden Präventionsstrukturen.
Wo Präventionsarbeit geleistet wird, geschieht dies vor allem in enger Zusammenarbeit mit Polizei, Ordnungsbehörden und weiteren lokalen Partnern. Gleichzeitig erschweren begrenzte personelle, finanzielle und zeitliche Ressourcen den Aufbau nachhaltiger Angebote, insbesondere in kleineren Kommunen.
Inhaltlich stehen vor allem die Sicherheit im öffentlichen Raum, Vandalismus, Gewaltprävention sowie Drogen- und Suchtproblematiken im Fokus der bestehenden Präventionsformate.
Engagement vor Ort bleibt entscheidend!
Der Bericht macht deutlich, dass eine erfolgreiche Kriminalprävention vor allem dort gelingt, wo Kommunen, Institutionen und engagierte Bürgerinnen und Bürger gemeinsam Verantwortung übernehmen. Der LPR will diesen Prozess weiterhin aktiv begleiten und die Kommunen dabei unterstützen, bestehende Netzwerke auszubauen und neue Präventionsstrukturen zu entwickeln.
Der vollständige Ergebnisbericht steht unter folgendem Link zum Download bereit:
Hintergrund:
Der Landespräventionsrat Sachsen-Anhalt wurde im Jahr 1999 gegründet und setzt sich seitdem für die Stärkung der Kriminalprävention in Sachsen-Anhalt ein.
Insbesondere mit seiner Präventionskampagne KomPAKT möchte der Landespräventionsrat den Austausch der in der Prävention Engagierten untereinander und die Kooperation miteinander sowie die Teilhabe aller fördern und unterstützen
(Link:
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