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Tagung des Verfassungsschutzes beschäftigt sich mit „Jugend und Extremismus“

, Magdeburg – 144/2026Ministerium für Inneres und Sport

Der Verfassungsschutz Sachsen-Anhalt hat heute seine jährliche Fachtagung zum Thema „Jugend und Extremismus“ ausgerichtet. An der Veranstaltung in Magdeburg nahmen rund 130 Vertreterinnen und Vertreter von Sicherheitsbehörden, der Landesverwaltung, aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft teil. Sachsen-Anhalts Innenministerin Dr. Tamara Zieschang eröffnete die Tagung.

Innenministerin Dr. Tamara Zieschang: „Mit großer Sorge beobachten wir, dass extremistische Ideologien zunehmend auch Kinder und Jugendliche erreichen. Über soziale Medien, Messenger-Dienste und digitale Plattformen können extremistische Inhalte innerhalb kürzester Zeit verbreitet und gezielt an junge Menschen herangetragen werden. Deshalb müssen wir genauer hinschauen. Dabei sind aber nicht nur die Sicherheitsbehörden gefragt. Eltern, Schulen, Jugendhilfe, Vereine und Kommunen müssen Warnsignale erkennen und ernstnehmen. Radikalisierungsprävention ist eine gesellschaftliche Aufgabe, der wir uns alle gemeinsam stellen müssen. Die heutige Tagung hat dafür gute Denkanstöße gegeben.“

Immer mehr junge Menschen schließen sich verfassungsfeindlichen Gruppierungen an. Die Verfassungsschutzbehörden beobachten seit einigen Jahren eine Verjüngung des gewaltorientierten Rechtsextremismus. Auch Gruppierungen des kommunistischen und antiimperialistischen Spektrums im Linksextremismus und Auslandsbezogenen Extremismus konnten zuletzt vermehrt junge Menschen rekrutieren. Im Islamismus ist vor allem die Online-Radikalisierung junger Muslime eine anhaltende Gefahr.

Wie lässt sich die Faszination junger Menschen für extremistische Ideologien erklären? Mit welchen Maßnahmen kann man der Radikalisierung von Kindern, Jugendlichen und Heranwachsenden präventiv begegnen? Diesen und weiteren Fragen widmeten sich sechs Vorträge von Wissenschaftlern und Vertretern von Sicherheitsbehörden.

Die Fachtagungen des Verfassungsschutzes finden alljährlich in der zweiten Jahreshälfte statt. Dabei wird im jährlichen Wechsel entweder ein Thema des Extremismus bzw. der Extremismusbekämpfung oder ein Thema des Wirtschaftsschutzes behandelt. Mit den Tagungen soll die Vernetzung zwischen Sicherheitsbehörden und anderen Akteuren gefördert, aber auch die öffentliche Aufmerksamkeit für die Analysen des Verfassungsschutzes erhöht werden.

Hintergrund:

In den vergangenen Jahren traten bundesweit und auch in Sachsen-Anhalt vermehrt gewaltbereite rechtsextremistische Jugendgruppen auf, die sich vornehmlich virtuell vernetzen und radikalisieren. In Sachsen-Anhalt waren es 2025 knapp 300 Jugendliche und Heranwachsende, die Gruppierungen wie „Jung & Stark“, „Deutsche Jugend Voran“, „Deutsche Jugend Zuerst“, „Letzte Verteidigungswelle“ und „Deutscher Störtrupp“ zugerechnet werden konnten.

Das linksextremistische Personenpotenzial in Sachsen-Anhalt ist durch eine Vielzahl von Mehrfachmitgliedschaften gekennzeichnet. Im vergangenen Jahr konnten vor allem der „Rote Hilfe e. V.“ und die „Freie Arbeiter*innen-Union“ als organisationsorientierte Akteure neue Mitglieder sowohl im gewaltorientierten als auch im nicht-gewaltorientierten Linksextremismus gewinnen. Der Zuwachs im gewaltorientierten Linksextremismus auf 320 Personen dürfte auch als Gegenreaktion auf das Erstarken rechtsextremistischer Parteien und Jugendgruppen zurückzuführen sein.

Weitere Informationen erhalten Sie im Verfassungsschutzbericht 2025.

 

 

Impressum:
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Patricia Blei
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