Demokratie lebt von Bürgerinnen und Bürgern, die extremistische Bestrebungen erkennen und ihnen entgegentreten. Die Verfassungsschutzbehörde Sachsen-Anhalt unterstützt sie dabei – mit Information, Beratung und dem Ausstiegsprogramm EXTRA für Menschen, die sich aus der extremistischen Szene lösen möchten.
Extremismusprävention
Eine wichtige Grundlage für den Schutz unserer Demokratie sind aufgeklärte und wachsame Bürgerinnen und Bürger, die extremistische Bestrebungen erkennen und wissen, was sie tun können, wenn sie solche in ihrem Umfeld bemerken. Die Verfassungsschutzbehörde möchte die öffentliche Auseinandersetzung mit den Gefahren des politischen Extremismus daher mit Informations- und Beratungsangeboten unterstützen. Der Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern ist ein zentraler Bestandteil ihrer Präventionsarbeit.
Die Angebote umfassen mehr als nur Informationsmaterialien und Fachtagungen. So hält die Verfassungsschutzbehörde beispielsweise kostenfreie Vorträge zu den einzelnen Bereichen des politischen Extremismus und zur Radikalisierungsprävention sowie Beratungen im Einzelfall bereit.
Vortragsanfragen richten Sie bitte an
Darüber hinaus engagiert sich die Verfassungsschutzbehörde im Rahmen des Landesprogramms für Demokratie, Vielfalt und Weltoffenheit. Mit diesem Programm fördert das Land Sachsen-Anhalt die Demokratiebildung, die Prävention und die Deradikalisierung und unterstützt zivilgesellschaftliches Engagement für die Demokratie.
Ausstiegsprogramm EXTRA
Bei der Verfassungsschutzbehörde ist das Ausstiegshilfeprogramm EXTRA (Extremismus-Ausstieg) angesiedelt. Es unterstützt seit 2014 ausstiegswillige Menschen dabei, sich von extremistischen Einstellungen zu lösen und den Weg aus der Szene zu finden.
Im Mittelpunkt steht die persönliche Begleitung während eines freiwilligen und selbstmotivierten Ausstiegs – als Hilfe zur Selbsthilfe. Ziel ist die Abkehr von extremistischen Einstellungen und Handlungsmustern sowie die Lösung sozialer Begleitprobleme, die eine Radikalisierung begünstigen. Neben Aussteigerinnen und Aussteigern aus der rechtsextremistischen Szene können sich auch ausstiegswillige Personen aus dem Bereich „Reichsbürger und Selbstverwalter" an EXTRA wenden.
Die Teilnahme ist freiwillig, kostenfrei und streng vertraulich.
Kontakt zu EXTRA
Kostenfreie Hotline: 0800 – 22 44 101 (24 Stunden erreichbar)
E-Mail:
EXTRA richtet sich an ausstiegswillige Menschen aus der extremistischen Szene, von jungen Einsteigerinnen und Einsteigern über Mitläuferinnen und Sympathisanten bis zu langjährigen Mitgliedern.
Auch Angehörige und Personen aus dem Umfeld können sich an EXTRA wenden, beispielsweise Eltern, Lehrkräfte, Arbeitgeber, Sozialarbeiterinnen, Freunde oder Verwandte, wenn sie bemerken, dass sich jemand in ihrem Umfeld verändert oder Anzeichen einer Radikalisierung zeigt.
EXTRA begleitet den gesamten Ausstiegsprozess mit einem breiten Unterstützungsangebot:
- qualifizierte, vertrauliche Beratung am Telefon,
- persönliche Beratung und Begleitung im Ausstiegsprozess,
- vorurteilsfreie Gespräche über Probleme, Sorgen, Ängste und Wünsche,
- Erstellung einer individuellen Ausstiegsplanung,
- Hilfe in Bedrohungssituationen,
- Unterstützung bei der Arbeits-, Ausbildungs- und Wohnungssuche,
- Vermittlung von Hilfen und Therapien bei Alkohol-, Drogen- und finanziellen Problemen,
- Hilfe bei Behördenangelegenheiten,
- Unterstützung beim Abdecken oder Entfernen von Tätowierungen,
- Begleitung bei Gesprächen mit Eltern, Lehrkräften, Arbeitgebern und anderen.
Die Aufnahme in das Programm EXTRA und die gesamte Unterstützung sind kostenfrei.
Die Teilnahme an den Angeboten von EXTRA erfolgt freiwillig und wird streng vertraulich behandelt.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von EXTRA haben keine polizeilichen Rechte und Pflichten und nehmen keine polizeilichen Aufgaben wahr. Sie erheben keine Informationen für nachrichtendienstliche Zwecke.
Im Rahmen der Beratung erlangte Informationen unterliegen der Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) in Verbindung mit dem Datenschutzgesetz Sachsen-Anhalt (DSG-LSA). Die vollständigen
