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Jahresbilanz Wasserschutzpolizei 2025

Schiffsunfälle halbieren sich binnen zwei Jahren

30.03.2026, Magdeburg – 037/2026

  • Ministerium für Inneres und Sport

Die Wasserschutzpolizei des Landes Sachsen-Anhalt ist für mehrere hundert Kilometer Wasserstraßen sowie tausende Hektar Wasserfläche auf Seen zuständig. Entsprechend vielfältig ist ihr Aufgabengebiet. Im vergangenen Jahr wurden die Polizistinnen und Polizisten zu 78 Rettungseinsätzen (2024: 80) gerufen. Diese standen im Zusammenhang mit hilflosen Personen, Suizidversuchen, Havarien, Unfällen, der Suche nach vermissten Personen und der Bergung von Wasserleichen. Mit 5.376 Kontrollen der Schifffahrt und der Angelfischerei ist die Einsatz- und Kontrolltätigkeit um rund vier Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Nach dem Höchststand von 38 Schiffsunfällen im Jahr 2023 verzeichnete die Wasserschutzpolizei im vergangenen Jahr erneut einen Rückgang. 2025 sank die Zahl der Unfälle auf 19 (2024: 24). Damit haben sich die Schiffsunfälle auf Bundeswasserstraßen und Landesgewässern innerhalb von zwei Jahren halbiert.

Innenministerin Dr. Tamara Zieschang: „Die Wasserschutzpolizei sorgt Tag für Tag für Sicherheit auf unseren Gewässern und das mit großer Professionalität und Einsatzbereitschaft. Die erneut gesunkene Zahl der Schiffsunfälle und die hohe Kontrolltätigkeit zeigen, wie unverzichtbar ihre Arbeit ist. Mein Dank gilt allen Polizistinnen und Polizisten, die mit ihrem Engagement die Gewässer unseres Landes zuverlässig schützen.“

Im Jahr 2025 leitete die Wasserschutzpolizei insgesamt 816 Ordnungswidrigkeiten (OWi) und 362 Strafverfahren ein. Bei der Berufsschifffahrt wurde in jedem vierten kontrollierten Fall ein Verstoß festgestellt, so dass die Wasserschutzpolizei insgesamt 152 schifffahrtspolizeiliche Ordnungswidrigkeiten ahndete (2024: 187). Die konsequenten Überprüfungen von Sportbooten zeigen Wirkung. Bei 885 Kontrollen im Jahr 2025 wurde nur noch jedes neunte Boot beanstandet – nach jedem siebten im Jahr 2024 und jedem vierten im Jahr 2023.

Von den eingeleiteten Strafverfahren entfielen 243 Fälle und damit rund 67 Prozent auf Umweltstraftaten. Die Zahl der festgestellten Gewässerverunreinigungen stieg deutlich von 18 auf 33 an. Die Aufklärungsquote bleibt mit 78 Prozent in diesem Deliktsbereich weiterhin sehr hoch. Um diesem Schwerpunkt gerecht zu werden, hat die Wasserschutzpolizei vom 12. bis 18. Mai 2025 zum vierten Mal an den „Bundesweiten Aktionstagen Gewässer- und Umweltschutz“ (BAGU) teilgenommen. Ziel der BAGU ist es, bundesweit gleichzeitig und damit über Ländergrenzen hinweg die Einhaltung umweltrechtlicher Bestimmungen im Bereich der Schifffahrt zu überprüfen und Verstöße konsequent zu ahnden. Während dieser Kontrollwoche wurden drei Strafverfahren eingeleitet und neun Ordnungswidrigkeiten festgestellt. Auch im Jahr 2026 wird sich die Wasserschutzpolizei wieder an der BAGU-Kontrollwoche beteiligen.

Stark zugenommen haben Diebstähle von Booten und Motoren (2025: 17, 2024: 5). Unter dem Motto „Der Gravierende Unterschied“ bieten die Kolleginnen und Kollegen der Wasserschutzpolizei ganzjährig die Möglichkeit des Gravierens einer individuellen Nummer für Außenbordmotoren an.

Im Jahr 2025 nutzte die Wasserschutzpolizei Sachsen‑Anhalt erneut den Start der Sportbootsaison, um auf die Gefahr von Alkohol‑ und Drogenkonsum am Steuer eines Bootes aufmerksam zu machen. Zwischen dem 29. Mai und 9. Juni 2025 wurden insgesamt 144 Fahrzeuge kontrolliert – 130 Sportboote und 14 Fahrzeuge der Berufsschifffahrt. In 99 Fällen wurden freiwillige Atemalkoholtests durchgeführt, bei denen in acht Fällen Alkoholkonsum festgestellt wurde.

Auch 2025 waren nautisches Fehlverhalten und mangelnde Sorgfalt der Fahrzeugführer die häufigsten Ursachen der 19 registrierten Schiffsunfälle (2025: 47 Prozent, 2024: 71 Prozent). Im November 2025 kam es z. B. am Mittellandkanal in der Ortslage Bülstringen zu einem Unfall im Schiffsbetrieb. Während der Verladetätigkeit stürzte das Fahrzeug des Schiffsführers aufgrund eines technischen Defekts am Kran in den Mittellandkanal und versank. Verletzt wurde dabei niemand. Umweltamt, Wasserstraßen‑ und Schifffahrtsamt, Feuerwehr und Wasserschutzpolizei waren im Einsatz. Da sich das Fahrzeug außerhalb des Fahrwassers befand, bestand keine Gefahr für die Schifffahrt. Die Bergung organisierte der Schiffsführer selbst.

Hintergrund:

Das Wasserschutzpolizeirevier im Land Sachsen-Anhalt hat Standorte in Magdeburg, Dessau-Roßlau, Haldensleben, Halle (Saale), Havelberg und Zerben. Die Wasserschutzpolizei ist zuständig für ein rund 560 Kilometer langes Netz an Bundeswasserstraßen (Elbe, Saale, Untere Havel-Wasserstraße, Mittellandkanal, Elbe-Havel-Kanal, einschließlich der Nebenkanäle) sowie für Häfen, Lade-, Lösch- und Umschlagstellen. Zum Zuständigkeitsbereich gehören zudem rund 190 Kilometer weitere Flüsse, auf denen die Schifffahrt zugelassen ist, beispielsweise auch jene Abschnitte der Saale, die nicht als Bundeswasserstraße eingestuft sind sowie die Unstrut. Auch Seen mit einer Gesamtausbreitung von rund 6.500 Hektar fallen in die Zuständigkeit der Wasserschutzpolizei, beispielsweise der Arendsee, der Niegripper See, der Große Goitzschesee und der Geiseltalsee.

 

Impressum:
Ministerium für Inneres und Sport des Landes Sachsen-Anhalt
Verantwortlich:
Patricia Blei
Pressesprecherin

Halberstädter Straße 2 / am "Platz des 17. Juni"
39112 Magdeburg

Telefon: 0391 567-5504/-5507/-5508/-5514/-5516
Fax: 0391 567-5520
E-Mail: Pressestelle(at)mi.sachsen-anhalt.de